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Erscheinungsjahr: 2015       WER 6415 2        Bestellen

Michael Pelzel

1-8 "Sempiternal Lock-in"

9      "Sculture di suono" in memoriam Giacinto Scelsi

10   "...along 101..."

11   "...sentiers tortueux..."

Interpreten:


Klangforum Wien

Leitung: Johannes Kalitzke, Sylvain Cambreling, Peter Hirsch


Zur Musik

Diese CD der Edition Zeitgenössische Musik porträtiert den Schweizer Komponisten Michael Pel­zel. Die Verschmelzung von Klangschichten und die Entwicklung von eigenen Klangfarben sind grundle­gend für seine Werke. „Ziel sei es“, so Pelzel im Ge­spräch mit Björn Gottstein, „einen Akkord zu bauen, der von der Kontrabass- bis zur Sopranlage zu einem homogenen Klang verschmilzt und durch die einge­streuten Mikrointervalle, welche auf die Oberton­reihe des Basstones zurückgeführt werden können, eine eigene Farbe bekommt.“

In seinem bislang bedeutendsten Werk „Sempiternal Lock-in“ beschäftigt sich Pelzel mit der komplexen Verzahnung von Stimmen. Inspiriert von einem Südafrika-Aufent­halt und der Interlocking-Technik des Amadinda-Spiels, entwickelte er ein eigenes Verfahren, bei dem er die Stimmen so verzahnt, dass sie nicht „sauber ineinandergrei­fen, sondern eigentlich permanent verrutschen“ (Gottstein). So entsteht bewusst nicht der Höreindruck einer durchlaufenden Figur, sondern eines Hinkens oder Stolperns.

Die vorliegenden Aufnahmen wurden vom österreichischen Spitzenensemble Klang­forum Wien eingespielt. Als Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) wurde Michael Pelzel ein Porträtkonzert im Rahmen des Festivals Ultraschall Berlin gewidmet, bei dem ein Teil der Stücke für die CD produziert werden konnte. 


„Sempiternal Lock-in” (2012–13)
für großes Ensemble und Harfe solo
1 Andante sognante
2 Presto volubile
3 Lento ombroso
4 Presto volubile
5 Largo irreale
6 Marcato deciso
7 Largo irreale
8 Presto martellato possibile (e meccanico)

Klangforum Wien
Leitung: Johannes Kalitzke

9 „Sculture di suono” in memoriam Giacinto Scelsi (2014)
für großes Ensemble

Klangforum Wien
Leitung: Sylvain Cambreling

10 „…along 101…“ (2008)
für Ensemble

Klangforum Wien
Leitung: Peter Hirsch

11 „…sentiers tortueux…“ (2007)
für Ensemble

Klangforum Wien
Leitung: Johannes Kalitzke


Lebenslauf

Michael Pelzel wurde 1978 in Rapperswil (Schweiz) geboren. Nach der Matura an der Kantonsschule Wattwil folgte von 1998 bis 2009 eine Berufsausbildung an den Musikhochschulen von Luzern, Basel, Stuttgart, Berlin und Karlsruhe. Er studierte unter anderem Klavier bei Ivan Klánsky, Orgel bei Martin Sander, Ludger Lohmann und Guy Bovet und Komposition bei Dieter Ammann, Georg Friedrich Haas, Hanspeter Kyburz und Wolfgang Rihm sowie Musiktheorie bei Roland Moser und Balz Trümpy. Michael Pelzel ist als Komponist tätig. Er unterrichtet an Musikhochschulen im Bereich Musiktheorie und hielt Workshops für Komposition an südafrikanischen Universitäten, unter anderem in Johannesburg (University of the Witwatersrand) und Stellenbosch. Er besuchte verschiedene Meisterkurse unter anderem bei Tristan Murail, Beat Furrer, Michael Jarrell, Klaus Huber, Brian Ferneyhough, György Kurtág und Helmut Lachenmann. Überdies nahm er an den Sommerferienkursen in Darmstadt (2004–2010), Acanthes, Metz und Royaumont teil und war Mitglied der Akademie Musiktheater heute, Frankfurt am Main. Als Organist war Pelzel unter anderem zu Gast an den Kathedralen von San Francisco, Los Angeles, Sydney und Cape Town sowie beim Orgelfestival von Magadino. Seine Kompositionen werden interpretiert von Klangkörpern wie: Collegium Novum Zü- rich; ensemble alea III, Boston; ensemble recherche, Freiburg; ensemble mosaik, Berlin; Klangforum Wien; Quatuor Diotima, Paris; Arditti Quartet, London; Ensemble intercontemporain, Paris; SWR Vokalensemble, Stuttgart; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks; DSO Berlin. Seine Werke erklingen bei Festivals wie musica viva, München; Internationale Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt; Donaueschinger Musiktage; Wien Modern; Klangspuren, Schwaz; Archipel, Genf; Tremplin, Paris; Lucerne Festival; Tel Aviv Museum; Art on Main, Johannesburg; Ultraschall Berlin. Es entstanden diverse Radio- und Fernsehaufnahmen.