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Erscheinungsjahr 2014       WERGO 6411 2          Bestellen

Malika Kishino

 

Irisation


Rayons Crépusculaires
Monochromer Garten II
Sensitive Chaos
Prayer / Inori
Du firmament

 

Interpreten: Ensemble musikFabrik / Dirk Rothbrust, Schlagzeug solo (Leitung: Daniel Kawka) • Parkhaus Trio • Ensemble ascolta (Leitung: Michael Alber) • Tokyo Philharmonic Chorus (Leitung: Chifuru Matsubara) • hr-Sinfonieorchester (Leitung: Lucas Vis)


Zur Musik

Die vorliegende Porträt-CD gibt einen Einblick in die sensible und spannungsvolle Klangästhetik der Komponistin Malika Kishino. Natur und Schönheit sind wesentliche Bezugspunkte ihres Schaffens. Die japanische Kultur und deren Ästhetik sind für Kishinos Musik prägend, obgleich man Anklänge zur traditionellen Musik ihres Herkunftslandes vergeblich suchen wird. Die Natur, insbesondere optisch-visuelle Phänomene oder physikalische Zustände, geben Inspiration für Struktur und Wesen ihrer Werke, die sie selbst als Klangorganismen beschreibt.

Rayons Crépusculaires bezieht sich so beispielsweise auf ein strahlenförmiges Lichtphänomen, das sich vor allem in der räumlichen Anordnung dieser Komposition wiederfindet. Drei Musikergruppen stehen dabei Lautsprechern gegenüber, welche die live-elektronisch veränderten Klänge zurück in den Raum strahlen. Das eigens für diese CD von der musikFabrik eingespielte Werk ist ein „komplexes akustisches Erlebnis, das nicht nur den Raum in Bewegung versetzt, sondern auch die Ohren für besondere Klangqualitäten schärft“, wie Michael Struck-Schloen im Booklet der CD bemerkt. Die Strömungen des Wassers und seine wechselnden Aggregatzustände sind indessen Ausgangspunkt für Sensitive Chaos, interpretiert vom Ensemble ascolta. Hörbar wird diese Auseinandersetzung etwa in Form von Tropfenklängen, die später in fließendere Strukturen übergehen. Auch die Bedrohung von Natur wird zum Thema: Im Gedenken an die Katastrophe von Fukushima widmete Malika Kishino im Auftrag des Tokyo Philharmonic Chorus das Chorstück Prayer / Inori, das ebenfalls auf der CD zu hören ist.


1 Rayons Crépusculaires (2007-2008)
für Große Trommel, großes Ensemble in drei Gruppen und Achtkanal-Live-Elektronik
Ensemble musikFabrik: Dirk Rothbrust, Schlagzeug solo · Helen Bledsoe, Flöte/Altflöte/Bassflöte · Peter Veale, Oboe · Carl Rosman, Klarinette/Bassklarinette · Alban Wesly, Fagott/Kontraforte · Christine Chapman, Horn · Marco Blaauw, Trompete · Bruce Collings, Posaune · Ulrich Löffler, Klavier · Mirjam Schröder, Harfe · Juditha Haeberlin, Violine · Annette Walther, Violine · Axel Porath, Viola · Dirk Wietheger, Violoncello · Håkon Thelin, Kontrabass
Klangregie: Max Bruckert, (GRAME, national center for musical creation)
Leitung: Daniel Kawka

2 Monochromer Garten II (2011)
für Bassklarinette, Baritonsaxofon und Posaune
Parkhaus Trio: Ernesto Molinari, Bassklarinette · Marcus Weiss, Baritonsaxofon · Uwe Dierksen, Posaune

3 Sensitive Chaos (2010)
für E-Gitarre, Trompete, Posaune, zwei Schlagzeuger, Klavier und Violoncello
Ensemble ascolta: Markus Schwind, Trompete · Andrew Digby, Posaune · Erik Borgir, Violoncello · Florian Hoelscher, Klavier · Hubert Steiner, E-Gitarre · Boris Müller und Martin Homann, Schlagzeug
Leitung: Michael Alber

4 Prayer / Inori (2011)
für gemischten Chor a cappella
Tokyo Philharmonic Chorus
Leitung: Chifuru Matsubara

5 Du firmament (2001-2002)
für Orchester
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Lucas Vis


Lebenslauf

1971 in Kyoto/Japan geboren. Jurastudium in Kyoto (Diplom 1994). Ab 1995 Kompositionsstudium bei Yoshihisa Taira an der L´Ecole Normale de Musique de Paris1999 bis 2003 Studium bei Robert Pascal am Conservatoire National Supérieur Musique et Danse de Lyon, 2004-05 Jahreskurs am IRCAM Paris für Computermusik.

Zahlreiche Aufführungen bei internationalen Festivals, wie bei Ultraschall Berlin, ensembl[:E:]uropa (WDR), Forum Neue Musik (hr), Présences (Radio France), Biennale Musiques en Scène (Lyon), Multiphonies (GRM/Paris), Musica (Strasbourg), Rai NuovaMusica, Alicante Music Festival, Ultima (Oslo). Zusammenarbeit u.a. mit dem Orchestre National de Lyon, Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, hr-Sinfonieorchester, Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, Tokyo Philharmonic Chorus, Oslo Sinfonietta, Ensemble Orchestral Contemporain, Ensemble musikFabrik sowie mit Dirigenten wie Pascal Rophé, Daniel Kawka, Fabrice Pierre, Lucas Vis, Christian Eggen und Jean-Michaël Lavoie.

Zu den Auszeichnungen Kishinos zählen Preise bei der 70. Japan Music Competition (2001), der 1. Preis des Concours de GRAME und des Ensemble Orchestral Contemporaine (2006), Stipendien des Experimentalstudios des SWR (2007, 2009), des ZKM Karlsruhe (2008), der Akademie Schloss Solitude (2008, 2009), der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (2010) und des Künstlerhofs Schreyahn (2011).

Weitere Infos unter: www. malika-kishino.com

(Stand: 2014)