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Erscheinungsjahr 2014               WERGO 6410 2  Bestellen

Leopold Hurt

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Interpreten

ensemble mosaik • Leopold Hurt, Zither • Ensemble Resonanz (Leitung: Hannes Reich) • Mondrian Ensemble Basel • Philharmoniker Hamburg (Leitung: Simone Young)

Porträtfilm

Mehr über die Werke der CD im Videoporträt


Zur Musik

Fundstücke sowohl musikalischer als auch nicht-musikalischer Art prägen die Musik dieser Porträt-CD von Leopold Hurt. In zwei von vier Stücken der CD beschäftigt sich der Komponist mit einer Musiktradition, die bislang im zeitgenössischen Musikschaffen weitestgehend vernachlässigt wurde: der traditionellen Musik des alpenländischen Raums. Die Fundstücke scheinen teils im Original durch, so etwa in „Erratischer Block“ als historische Schellack-Aufnahmen alpenländischer Musik, teils fungieren sie unhörbar als Folie, wie die Ländlermelodien im Orchesterwerk „Seuring I Schalter“. Mit der Verwendung der Zither in einigen seiner Kompositionen setzt Hurt einen unverwechselbaren Akzent, der weit über die regionalen Bezüge hinausweist, und ist dabei selbst als Zitherist auf dieser CD zu hören.

Die nicht-musikalischen objets trouvés stammen aus dem filmischen oder technischen Bereich und spiegeln Hurts Begeisterung für konzeptionelle Entwürfe. Der gefundene Material- und Formenvorrat gibt Regeln und Strukturen vor, die der Komponist aber immer wieder aufbricht und den Hörer mit unerwarteten Wendungen überrascht.

Die vorliegenden Titel wurden eigens für diese CD neu produziert und bieten mit variierenden Besetzungen vom Streichtrio (Mondrian Ensemble Basel) über Ensemblestücke (ensemble mosaik, Ensemble Resonanz) bis zum Orchesterwerk (Philharmoniker Hamburg) einen Einblick in die verschiedenen Facetten von Hurts Schaffen.

Erstmals ist dabei eine Produktion Ergebnis der Zusammenarbeit des DIRIGENTENFORUMs mit der EZM. „Dead Reckoning“ wurde beim Abschlusskonzert eines Meisterkurses mit Lucas Vis vom Hamburger Ensemble Resonanz unter der Leitung von Hannes Reich uraufgeführt und anschließend für die CD-Reihe eingespielt. 



Zu den Stücken


1 Erratischer Block (2006)
für Violine, Saxophon, Klavier, Schlagzeug, mikrotonale Altzither und Zuspielung
ensemble mosaik: Chatschatur Kanajan, Violine • Martin Losert, Saxophon • Ernst Surberg, Klavier • Roland Neffe, Schlagzeug
Leopold Hurt, Altzither


2 Dead Reckoning (2012)
für 12 Streicher
Ensemble Resonanz
Leitung: Hannes Reich


3 August Frommers Dinge (2008)
für Violine, Viola und Violoncello
Mondrian Ensemble Basel: Daniela Müller, Violine • Petra Ackermann, Viola • Martin Jaggi, Violoncello

4 Seuring | Schalter (2011-2012)
für E-Zither, Elektronik und großes Orchester
Philharmoniker Hamburg • Leopold Hurt, E-Zither
Leitung: Simone Young



Lebenslauf

Leopold Hurt (geboren 1979 in Regensburg) studierte Komposition bei Manfred Stahnke an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie Zither und Historische Aufführungspraxis am Richard-Strauss-Konservatorium München (Diplom bei Georg Glasl). Er nahm an Meisterkursen bei Dieter Schnebel, Paul Heinz Dittrich und Brian Ferneyhough (Komposition), sowie bei Nigel North (Alte Musik) teil und besuchte Kurse für Elektronische Musik am IRCAM in Paris.

Leopold Hurts kompositorisches Schaffen umfasst das gesamte Spektrum der Instrumental- und Vokalmusik, wobei die Zither in mehreren seiner Kompositionen eine hervorgehobene Verwendung findet. In seinen elektroakustischen Arbeiten spielt die Auseinandersetzung mit historischen Klangdokumenten eine zentrale Rolle. Als Instrumentalist erhielt er u.a. Engagements in den Sinfonieorchestern des BR, WDR und des NDR, beim Orchestra Sinfonica di Roma sowie den Philharmonikern Hamburg. Daneben trägt er auf vielfältige Weise zur Integration der Zither im aktuellen Musikleben bei. So entstand u.a. die Zusammenarbeit mit dem Elektronik-Duo Gebrüder Teichmann (Berlin). Seit 2011 ist er Gründungsmitglied im „Decoder Ensemble“ für aktuelle Musik (Hamburg) sowie im international besetzten Trio „Greifer“. Im Auftrag des Goethe-Institutes unternahm er wiederholt Konzertreisen nach China, Irland und in den Libanon.

Leopold Hurt wurde für sein Schaffen mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Gustav Mahler Kompositionspreis der Stadt Klagenfurt 2008, dem Stuttgarter Kompositionspreis 2010 und dem Bach-Preis-Stipendium der Stadt Hamburg 2011. Als Stipendiat des Freistaats Bayern lebte er 2003/2004 an der Cité Internationale des Arts in Paris und 2009/ 2010 im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia Bamberg.

Leopold Hurt lebt und arbeitet in Hamburg.

www.leopoldhurt.de

(Stand: 2014)