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Felix Kubin

Mein Chromdioxidgedächtnis
für Elektronik, Kassettenrekorder, Klavier und Schlagwerk

Felix Kubin: Elektronik & Tapes
Ninon Gloger: Klavier & Klangeffekte
Steve Heather: Schlagwerk & Klangeffekte
 
In einer Mischung aus Hörspiel, Musique Concrète und Live-Improvisation untersucht Felix Kubin die Eigenheiten der magnetischen Aufzeichnung, ihre mechanischen Schwankungen, Sättigungen, Zerrungen und Übersprechungseffekte. Diese Unzulänglichkeiten, die aus der heutigen digitalen Datenübertragung vollkommen ausradiert sind, ähneln dem Gespenst der menschlichen Erinnerung: Sie interpretieren die Aufzeichnung eher, als dass sie sie abbilden. Das aus deneigenen Archiven Kubins zusammengetragene Klangmaterial umkreist vor allem das Medium der Compact Cassette, die über lange Zeit quasi Kopierwerk des Volkes war („home taping is killing music“) und Ende der 70er-Jahre sogar zur Entstehung einer radikalen Untergrund-Kassettenszene beitrug. Anfang 2012 wurde die industrielle Herstellung der Compact Cassette für immer eingestellt. „Mein Chromdioxidgedächtnis“ befreit die Artefakte des Mediums von der Rauschunterdrückung der letzten 40 Jahre – und wird so zu einer Art Gedächtnisarbeit über eine gescheiterte technische Zukunftsvorstellung.


Felix Kubin, 1969 in Hamburg geboren, ist Komponist, Medienkünstler, Dadaist, Hörspielmacher und Kurator. Er hat Sci-Fi Pop gemacht, Punk, Noise und pseudosozialistische Propagandalieder, er schreibt Songs, Hörspiele (Hörspiel des Jahres 2012) und elektronische Kompositionen. Man kann sich den bekennenden Surrealisten als eine Art Mischung aus Karlheinz Stockhausen und Peter Schilling mit einer Prise Helge Schneider vorstellen.