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Gerardo Scheige
Sina Miranda

Erscheinungsjahr: 2013           WER 6587 2            Bestellen

Sergej Newski

 

1 Alles

2 Blindenalphabet

3 J’étais d’accord

4 Arbeitsfläche

5–11 Autland 

 

Interpreten: Jakob Diehl, Sprecher • Ensemble Mosaik (Leitung: Enno Poppe) •  Natalia Pschenitschnikova, Sopran • Ensemble musikFabrik • VocaalLAB, Vocalconsort Berlin (Leitung: Titus Engel)


Zur Musik:

Die menschliche Stimme steht im Zentrum vieler Werke von Sergej Newski. Im Gespräch mit Michael Rebhahn erinnert sich der Komponist: „Die Stimme war der ideale Weg zur Findung mei­ner eigenen Klangsprache. Ende der neunziger Jahre habe ich begonnen, expressive Stimmklänge in syntaktische Ordnungen zu überführen, die ih­rer Expressivität entgegenstehen. Ich begab mich auf die Suche nach dem Urmoment der Stimme, ich suchte das Unmit­telbare, nicht Geformte und Lautmalerische. Ich wollte keine Ausdrucksmusik schreiben, sondern eine Syntax entwickeln, die den Zuhörer berührt und ihn zugleich auf Distanz hält.“

Exklusiv für die vorliegende CD wurden die Werke „Blindenalphabet“, „Alles“ und „J'étais d'accord“ vom Ensemble Mosaik eingespielt. Das Ensemble musikFabrik in­ter­pretiert die Komposition „Arbeitsfläche“, die sich unter anderem der Erforschung der Klangerzeuger und der Deformation von Instrumentalklängen widmet. Mit sie­ben Stü­cken für sechs Solisten und Kammerchor bildet „Autland“ das umfang­reichste und be­deutendste Werk der CD. Inspiriert von Johannes Ockeghems Mo­tette „Deo gratias“ wendet Newski hier „das Kanonprinzip auf sein eigenes Materi­alrepertoire an und ent­wickelt sieben Stücke, in denen die Alteration bzw. Ver­dichtung von phonetischer Arti­kulation, Sprache und Gesang die bestimmenden Motive sind.“ (Rebhahn)


1 Alles (2008)
für Sprecher und Ensemble

Jakob Diehl, Sprecher
ensemble mosaik: Bettina Junge, Flöte · Christian Vogel, Bassklarinette · Matthias Jann, Posaune · Chatschatur Kanajan, Violine · Karen Lorenz, Viola · Mathis Mayr, Violoncello · Roland Neffe, Schlagzeug · Ernst Surberg, Klavier Leitung: Enno Poppe

2 Blindenalphabet (2007)
für Kammerensemble

ensemble mosaik: Bettina Junge, Flöte · Christian Vogel, Klarinette · Roland Neffe, Schlagzeug · Christine Paté, Akkordeon
Leitung: Sergej Newski

3 J’étais d’accord (2000) 
für Stimme, Ensemble und Tape

Natalia Pschenitschnikova, Sopran
ensemble mosaik: Bettina Junge, Flöte · Martin Losert, Saxofon · Chatschatur Kanajan, Violine · Karen Lorenz, Viola · Roland Neffe/Matthias Engler, Schlagzeug · Ernst Surberg, Klavier · Christine Paté, Akkordeon
Leitung: Enno Poppe

4 Arbeitsfläche(2011) 
für Ensemble

Ensemble musikFabrik

Autland (2009/2012)
Musiktheater für sechs Solisten und Kammerensemble

5 Präludium
Die Menschen müssen sich füreinander interessieren 

6 Kanon 1 
Sonntag der Irren und  Pfleger im Winter

7 Toccata 
Menschen fliegen

8 Kanon 3 
Wir lieben den Tod

9 Notturno
Ufergrünes Hoffen 

10 Finale 1
Ich weiß nicht, wie man die Liebe macht 

11 Finale 2
Erste kleine Warnung 

VocaalLAB: Angela Postweiler/ Jennifer Claire van der Hart, Sopran · Elsbeth Gerritsen, Mezzosopran · Gunnar Brandt-Sigurdsson, Tenor · Arnout Lems, Bariton · Frank Wörner, Bassbariton
Vocalconsort Berlin
Leitung: Titus Engel


Lebenslauf (Stand: Erscheinungsjahr der CD)

Sergej Newski wurde am 10. Oktober 1972 in Moskau geboren. Er absolvierte ein Kompositionsstudium bei Jörg Herchet an der Hochschule für Musik in Dresden und bei Friedrich Goldmann an der Universität der Künste Berlin. Bei Hartmut Fladt studierte er dort zudem Musiktheorie.
Er erhielt Kompositionsaufträge u. a. von der Berliner Staatsoper Unter den Linden, der Ruhrtriennale, dem Bolschoi-Theater/Operngruppe, dem Klangforum Wien, den Neuen Vocalsolisten Stuttgart, dem Konzerthaus Berlin, der Akademie der Künste sowie dem SWR, dem SR und Deutschlandradio Kultur. 

Gespielt wurden seine Werke bei zahlreichen Festivals wie den Donaueschinger Musiktagen, Wien Modern, Gaudeamus Music Week, Musica Viva München, World New Music Days, TRANSIT Leuven, Berliner Festwochen, MaerzMusik, ECLAT und Ultraschall.
Sergej Newski arbeitet mit Ensembles wie Kairos Quartett, ensemble mosaik, Moscow Contemporary Music Ensemble, Ensemble musikFabrik, VocaalLAB, Nieuw Ensemble sowie mit Solisten wie Natalia Pschenitschnikova, Daniel Gloger, Teodoro Anzellotti, Jakob Diehl und mit Dirigenten wie Johannes Kalitzke, Titus Engel, Philipp Chizhevsky und Teodor Currentzis.

Im September 2012 fand die Premiere der Kammeroper Franziskusauf der Neuen Bühne des Bolschoi-Theaters statt. Von 2011 bis 2013 war Sergej Newski Kurator der Konzertreihe „Projekt Platt-form“ und des Festivals „Lost in Translation“ in Moskau.
Seit 2013 lehrt er als Gastdozent für Komposition an der Staatlichen Universität Sankt Petersburg. Als Dramaturg war er an der Komischen Oper Berlin bei der Uraufführung von American Luluvon Olga Neuwirth tätig.

2006 wurde er mit dem Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart aus-gezeichnet. Zudem erhielt er Aufenthaltsstipendien der Deutschen Akademie in Rom (Casa Baldi), der Cité Internationale des Arts Paris, der Villa Serpentara der Akademie der Künste sowie Stipendien der Wilfried-Steinbrenner-Stiftung, des Künstlerhofs Schreyahn und des Berliner Senats.

Sergej Newski lebt in Berlin.