SPIEL, SATZ ... MUSIK!

"Klingt gut." 2010: Freitag, 30. April, 20 Uhr, Bundeskunsthalle Bonn

 

Ensemble Différance, Düsseldorf

Moderation: Sabine Töpperwien (Leiterin WDR2 Sport)

 

Einmal im Jahr präsentieren die Förderprojekte Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrates im Forum der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn ein Konzert der Reihe "Klingt gut." Darin präsentieren ein Ensemble für Neue Musik und ein prominenter Moderator moderne Kunstmusik und setzen sie in Bezug zu aktuellen populären Themen.

 

Im April 2010, kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft, kommentiert Sabine Töpperwien das Konzert des Ensemble Différance:

Wer schlägt wen in Mauricio Kagels szenischem Musikstück Match, mit welcher Taktik gehen die Pianisten in György Kurtags Jatekok für zwei Klaviere an den Start, wie weicht man geschickt dem "Rückpraller" in Iannis Xenakis Rebonds für einen Schlagzeuger aus? Und wie behaupten sich die Musiker in José Ignoacio Fenández Bollos El Espantapájaros, Frank Zabels Concertino und Stefan Thomas? Four Toys? Es bleibt spannend, zumal die Herren Zabel und Thomas als Pianisten des Ensemble Différance auch selbst ins Geschehen eingreifen werden.

 

 

 

Rückschau

"Klingt gut."-2010 stand unter dem Motto ?Spiel, Satz... Musik!? und damit schon ganz im Lichte der nahen Fußballweltmeisterschaft. Und wer würde sich da wohl besser als Moderator eignen als Sabine Töpperwien, eine von Deutschlands bekanntesten Sportmoderatorinnen, WDR2 Sportchefin und noch immer die einzige weibliche Fußballreporterin der Republik.

 


Zusammen mit dem Düsseldorfer Ensemble Différance, bestehend aus den Pianisten Frank Zabel und Stefan Thomas, den Schlagzeugern Guido Pieper und Kersten Hanke und ergänzt durch die Cellisten Jan-Filip Tupa und Niklas Seidl, gestaltete Sabine Töpperwien einen unterhaltsamen, aufregenden und nie langweiligen Konzertabend, an dessen Ende die einhellige Erkenntnis stand: Sport und Musik ? das passt.

 


Egal ob Zabel in seinem Concertino den Wettstreit der Instrumente miteinander betonte oder Thomas den körperlichen Einsatz des Cembalospielers in den Four Toys herausarbeitete, ob in Xenakis Rebonds B der Schlagzeuger am Ende selbst reif für den Ruheraum war oder sich die Cellisten in Kagels Match zum Abschluss des Abends  ein packendes Duell lieferten, an dessen Ende überraschender Weise der Schiedsrichter der lachende Dritte, sprich der Gewinner war ? Töpperwien kommentierte all dies in ihrer unnachahmlich enthusiastischen und mitreißenden Art und führte verständlich und unterhaltsam durch einen Abend, der wieder einigen Besuchern mehr den Zugang zur Neuen Musik erleichert haben dürfte. Und so gingen in diesem Lokalderby Köln (Töpperwien) ? Düsseldorf (Différance) am Ende auch die Austragenden freundschaftlich und ohne Platzverweis auseinander.