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Gerardo Scheige
Sina Miranda

Erscheinungsjahr: 2007                       WER 6567 2 Bestellen

Sebastian Claren


Potemkin I: Baby Baby

Fehlstart (Detail) 

Alkan 

In der Hölle

Charms: Dub  

 

Interpreten:
Teodoro Anzellotti Akkordeon • trio recherche • ensemble mosaik (Leitung: Enno Poppe) • Ernst Surberg Klavier • Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR (Leitung: Matthias Hermann)


Zur Musik


"Organisierte Verwirrung" – ein Markenzeichen der Musik von Sebastian Claren (*1965). Weitere Charakteristika sind ein steter Wechsel zwischen Kontinuität und Diskontinuität, sukzessiv wie simultan, Spiele mit ausgefeilten Montagetechniken, eine Vielzahl von Schnittfolgen und in Musik transformierte Kameraeinstellungen – Korrespondenzen mit unserer Lebenswirklichkeit und mit der Wahrnehmung derselben. Das Leben als immerwährende Montage, ebenso die Musik. Jedenfalls die von Sebastian Claren, deren Strukturen und Dramaturgien der Gleichzeitigkeit von eben nur vermeintlich Ungleichzeitigem verpflichtet sind. Seine stupend energetischen und teils auch sehr energischen Kompositionen sind allerdings keine Collagewerke, in ihnen geht es nicht um die Reproduktion von bereits Gesagtem. Ihn interessiert vielmehr die dichte Synchronizität der (inneren) Ereignisse aus der Perspektive des Selbst, des Komponisten, der natürlich mit und in der Geschichte und Gegenwart der Musik operiert. Und dazu gehört auch seine intensive Beschäftigung mit gewissen Richtungen des Pop‑Sektors. Sie sind für Clarens Musik ebenso prägend wie die nun gut hundert Jahre Neue Musik und ihre vorherigen Epoche.

Stefan Fricke


Programm der CD

 

1     

 

Potemkin I: Baby Baby   (18:22)

 

für Akkordeon und Streichtrio (2003)

 

Teodoro Anzellotti, Akkordeon

 

trio recherche:

 

Melise Mellinger, Violine

Barbara Maurer, Viola

 

Lucas Fels, Violoncello

 

2

Fehlstart (Detail) (15:48)

 

für 6 Instrumente (1999)

ensemble mosaik

 

Enno Poppe, Leitung

 

3

Alkan (14:17)

für Klavier (1997)

 

Ernst Surberg, Klavier

 

4

In der Hölle (15:58)

 

für 11 Instrumente (1996/2000)

 

ensemble mosaik

 

Enno Poppe, Leitung

 

5

Charms: Dub (14:16)

 

für Orchester (2004)

 

Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR     

 

Matthias Hermann, Leitung

 

 

Hörbeispiele

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Lebenslauf

 

 

1965       

am 21. Juli 1965 in Mannheim geboren

1981-1984      

Kompositionsunterricht bei Helmuth Weinland

1984-1989

Studium der Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte in Heidelberg und Berlin

1989

Magisterarbeit über die Missa Prolationum von Johannes Ockeghem

1990-95

Doktorarbeit über das Gesamtwerk von Morton Feldman

1993

einjähriger Studienaufenthalt in New York

1994-1999

Studium der Komposition bei Walter Zimmermann in Berlin

1999-2001

Aufbaustudium Komposition bei Mathias Spahlinger in Freiburg/Breisgau

1999

Einladung zum 13. Internationalen Kompositionsseminar in Boswil/Schweiz

2000

Veröffentlichung der Monographie Neither. Die Musik Morton Feldmans.

2000

Kranichsteiner Musikpreis der Stadt Darmstadt

2000

Kompositionspreis der Stadt Stuttgart

2001

Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

2002

Dozent der Darmstädter Ferienkurse

2002

Boris-Blacher-Preis Berlin

2003

Stipendium der Cité Internationale des Arts in Paris

2005

Stipendium der Villa Massimo in Rom

2005

Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung

2006

Stipendium der Villa Aurora in Los Angeles

 

Aufführungen durch (Auswahl):

Teodoro Anzellotti, Stefan Asbury, James Avery, Olivier Dejours, Lucas Fels, Brad Lubman, Enno Poppe, Peter Rundel, Manfred Schreier, Ernst Surberg, Lucas Vis, Ensemble Aventure, Ensemble Modern, Ensemble Mosaik, Ensemble Phorminx, Ensemble Recherche, Klangforum Wien, Junge Deutsche Philharmonie, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, HR-Sinfonieorchester, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR.

Sebastian Claren lebt als freischaffender Komponist in Berlin.

(Stand: 2007)


Werkliste

 

 

(Auswahl)

 

             

 

Toter Schwan

1981

nach Charles Bukowski

 

für Frauenstimme und 6 Schlagzeuger

1982

I         

 

für 2 Flöten und 2 Klarinetten

1982-83   

Streichquartett

1983-84

Violinkonzert        

 

für Solovioline, 2 Klarinetten und 10 Tutti-Violinen

1984

Symphonie 

 

für Orchester

1984-85

Symphonie II        

 

für 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Violinen und 2 Violoncelli

1985

Symphonie III        

 

für Solovioline, 10 Tutti-Violinen, Solo-Violoncello und 10 Tutti-Violoncelli

1988

Blunt oder der Gast       

 

Oper nach Karl Philipp Moritz

 

für 6 Singstimmen und 8 Instrumente

1989

An der Donau

 

Oper nach Herbert Achternbusch

 

für 6 Singstimmen, 2 Sprechstimmen, Männerchor, 2 Klarinetten, 2 Posaunen, Solo-Violine, 10 Tutti-Violinen, Solo-Violoncello und 10 Tutti-Violoncelli

1989

Pindars Achte Pythische Ode      

 

übertragen von Friedrich Hölderlin

 

für Frauenstimme und Streichquartett

1991

Pindars Dritte Pythische Ode      

 

übertragen von Friedrich Hölderlin

 

für Singstimme

1993

Thoughts and Images        

 

für Streichquartett

1995-96

Sex   

 

für Klavier

1996

Hass         

 

für Violine und Klavier

1997

Alkan           

 

für Klavier

1998

Hear Your Brother Hear         

 

für Violoncello

1998

Baby           

 

für Akkordeon

1999

Fehlstart (Detail)          

 

für 6 Instrumente

1996/2000

In der Hölle          

 

für 11 Instrumente

2000

In Nomine          

 

für 8 Instrumente

2001-02

After Blinky Palermo       

 

für Solo-Violoncello und Orchester

2002-03

Angelus Silesius        

 

für Sopran, Bassklarinette, Schlagzeug und Violoncello

2003

Potemkin 1: Baby Baby       

 

für Akkordeon und Streichtrio

2004

Charms: Dub        

 

für Orchester

2007

Krieg 1: Lichtblitz        

 

für gemischten Chor und 18 Instrumente

2007

Krieg 2: Stolen Friend

 

für 19 Instrumente

 

(Stand: 2007)