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Gerardo Scheige
Sina Miranda

Erscheinungsjahr: 2012                         WER 6584 2 Bestellen

Márton Illés

Scene polidimensionali XVI "...Körök"

Scene polidimensionali XV "Mániákus Vonalak" 

Scene polidimensionali IX "Szintek" 

Scene polidimensionali X "Vonalterek" 

Torso III

Torso II 

Interpreten:
Ensemble Modern (Leitung: Franck Ollu) • Markus Bellheim Klavier • Kyrill Rybakov Klarinette • Charim Steller Viola • Márton Illés Klavier • Magdalena Burkot-Rybakov, Lars Heusser, Georg Paltz, Boglárka Pecze, Kyrill Rybakov, Elizaveta Shklyaver, Klarinette (Leitung: Eva Fodor)


Zur Musik


Das permanente Durchdringen von Struktur, Ausdruck und geistigem Gehalt ist für Márton Illés keine theoretische Voraussetzung, sondern dem Akt des Komponierens selbst eingeschrieben. Das unmittelbare und mehrdimensionale Mitschwingen im Klang und dessen Energiepotenzialen ist für ihn ein zentrales künstlerisches Element. Unterschiedliche Einflusssphären - ungarische Herkunft und Ausbildung in Deutschland - beflügeln seine höchst eigensinnige Ausdrucksintensität, die sich beispielhaft in seinen Scene polidimensionali (Polydimensionale Szenen) widerspiegelt. Wie die Bezeichnung als "Szenen" suggeriert, symbolisieren seine vielschichtigen Klanglinien Individuen, die sich in imaginären szenischen Gefilden im Mit-, Neben- und Gegeneinander zu definieren haben. In einem extrem linearen kontrapunktischen Satz kommunizieren die einzelnen Stimmen auf höherer Ebene miteinander, wie Nervenbahnen senden und empfangen sie feinste Signale

Trotz hochabstrakter Ausdifferenzierung begreift Márton Illés seine Musik - in Anknüpfung zumal an Elliott Carter - als Antwort auf die Welt und als Konsequenz einer intuitiven Auseinandersetzung mit ihrer Überfülle an Reizen und Bedrängnissen. Dialektisch verflochten mit dieser Haltung ist aber auch Illés' Rückzug auf seine eigene "Klanginsel". Im Kern verbirgt sich dahinter ein "romantischer" Ansatz, dessen Ausprägungen aber streng dem Hier und Jetzt verpflichtet sind.

Egbert Hiller


Programm der CD

       
1- Scene polidimensionali XVI "...Körök" (2008/09)    
  für Ensemble    
  Ensemble Modern    
  Leitung: Franck Ollu    
       
2- Scene polidimensionali XV "Mániákus Vonalak" (2008)    
  für sechs Klarinetten und Klavier    
  Magdalna Burkot-Rybakov, Lars Heusser, Georg Paltz, Boglárka Pecze, Kyrill Rybakov, Elizaveta Shklyaver, Klarinette - Márton Illés, Klavier    
  Leitung: Eva Fodor    
       
3- Scene polidimensionali IX "Szintek" (2004)    
  für Ensemble    
  Ensemble Modern    
  Leitung: Franck Ollu    
       
4- Scene polidimensionali X "Vonalterek" (2005)    
  für Klarinette, Viola und Klavier    
  Kyrill Rybakov, Klarinette - Charim Steller, Viola, Márton Illés, Klavier    
       
5- Torso III (2007/08)    
  für Ensemble    
  Ensemble Modern    
  Leitung:: Franck Ollu    
       
6- Torso II (2006)    
  für Klavier    
  Markus Bellheim, Klavier    

Lebenslauf

 

Márton Illés wurde 1975 in Budapest geboren. Seine musikalischeGrundausbildung erhielt er in den Fächern Klavier, Kompositionund Schlagzeug an verschiedenen Kodály-Schulen in Győr (Ungarn). 1994 bis 2001 studierte er an der Musik Akademie Basel Klavier bei László Gyimesi und Komposition bei Detlev Müller-Siemens. 2001?05 folgten ein Kompositionsstudium bei Wolfgang Rihm sowie ein Musiktheoriestudium bei Michael Reudenbach in Karlsruhe. Es schlossen sich Künstleraufenthalte in der Villa Massimo in Rom (2009), in der Villa Concordia Bamberg (2011) und 2012 im Civitella Ranieri Center in Umbrien an. Sein bisheriges Schaffen umfasst Kompositionen für Soloinstrumente, Kammermusik, Streichquartette, Vokalwerke, Ensemblekompositionen, Elektroakustische Kompositionen,  zwei Musiktheaterstücke, Werke für Streichorchester und für Orchester. Seine Kompositionen werden in namhaften internationalen Festivals und Sälen wie das Auditorium Rom, Cité des Arts Paris, Klangspuren Schwaz, Kings Place London, Konzerthaus Berlin, Musica Strasbourg, Münchener Biennale, Schleswig Holstein Musikfestival, Tokio Summer Festival, Ultraschall Berlin, Wittener Tage für Neue Kammermusik aufgeführt. Er arbeitete zusammen mit dem Ensemble Modern, dem Ensemble Intercontemporain, dem Minguet Quartett und dem Münchener Kammerorchester. Mit den Bamberger Symphonikern (Jonathan Nott) spielte er 2011 die Uraufführung seines Klavierkonzertes Rajzok II in der Kölner Philharmonie. Seit 2005 ist er Dozent für Musiktheorie an der Musikhochschule Karlsruhe und seit 2011 Dozent für Komposition an der Musikhochschule Würzburg. Seine Werke werden bei Breitkopf & Härtel verlegt. Márton Illés erhielt  2005 den Christoph und Stephan Kaske-Preis, 2008 den Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung, den Schneider-Schott-Preis und den Paul-Hindemith-Preis.

(Stand: 2012)