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Ansprechpartner

Gerardo Scheige
Sina Miranda

Erscheinungsjahr: 2011                         WER 6581 2 Bestellen

Gordon Kampe

"gassenhauer"

       HAL

       High Noon: Moskitos

       Ripley-Musik V

       Qs Nachtstück

       Gassenhauermaschinensuite

       Picard

Interpreten:
Carl Rosman Klarinetten • John Eckhardt Kontrabass • Eva Zöllner Akkordeon • Mark Knoop Klavier • Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR (Leitung: Peter Hirsch) • L'ART POUR L'ART (Leitung: Michael Schröder) • e-mex ensemble (Leitung: Christoph Maria Wagner)


Zur Musik

 

Zwei Dinge sind es, die gleich beim ersten Hören für Gordon Kampes Musik einnehmen: Erstens einmal klingt sie nicht nach jenem kunstgewerblichen Allerlei, das sich seit einigen Jahren in der zeitgenössischen Musikszene breit gemacht hat und einem aus gut zwei Dritteln der musikalischen Neuproduktion in Gestalt voraussehbarer Klang- und Texturbausteine anspringt. Kampes Werke dagegen machen neugierig, weil sie den Hörer immer wieder mit der Frage konfrontieren, wie sich eine einmal begonnene Klangsituation weiterentwickeln könnte. Indem der Komponist ein voraussagbares Hantieren mit der Rhetorik eingeschliffenen Avantgarde-Designs vermeidet, kann er in seiner Musik einen Ideenreichtum entfalten, dessen Vielfalt gleichwohl an die sorgfältige strukturelle Organisation aller herangezogenen Materialien gebunden ist. Gerade deshalb aber haben Kampes Arbeiten - zweitens - etwas zu bieten, was den Schöpfungen vieler Kollegen abgeht: Sie besinnen sich auf einen gewitzten, manchmal gar anarchischen Humor, der überhaupt nicht zu jener Aura weihevollen Ernstes passen will, mit der sich die Komponistenszene häufig umgibt. Dazu gehört auch, dass Kampe um die Themen der klassischen Literatur und Philosophie einen großen Bogen macht und die bildungsbürgerliche Attitüde des biederen Neue-Musik-Akademismus mitsamt seiner in Titeln versenkten Hölderlin-Zitate und Betroffenheitspünktchen aus großer Distanz und mit wacher Skepsis betrachtet. Es überrascht daher nicht, dass er seine Anregungen anderswo abschöpft und sich häufig auf Bilder aus den Diskursen der populären Kultur besinnt, die gleichwohl längst zu Sedimenten unseres kulturellen Gedächtnisses geworden sind.

Stefan Drees


Programm der CD

       
"gassenhauer"      
       
1 HAL (2010) 14:53  
  für Kontrabassklarinette, Akkordeon, Kontrabass, Klavier und Zuspielungen    
  Carl Rosman, Klarinetten    
  John Eckhardt, Kontrabass    
  Eva Zöllner, Akkordeon    
  Mark Knoop, Klavier    
       
2 High Noon: Moskitos (2003/2006) 14:33  
  für Orchester    
  Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR    
  Leitung: Peter Hirsch    
       
3 Ripley-Musik V (2005) 11:46  
  für Bassklarinette, Violoncello und Klavier    
  e-mex ensemble    
       
4 Qs Nachtstück (2008) 9:57  
  für Flöte, Bassklarinette, Schlagzeug, Violoncello, Kontrabass und Klavier    
  L'ART POUR L'ART    
  Leitung: Michael Schröder    
       
5-14 Gassenhauermaschinensuite (2009) 13:25  
  für Klarinette, Violoncello, Akkordeon, Klavier, Schlagzeug und Zuspielungen    
  e-mex ensemble    
  Leitung: Christoph Maria Wagner    
       
15-16 Picard (2006/2010) 14:45  
  für Flöte, Klarinette, Saxofon/Tárogató, Posaune, E-Gitarre, Schlagzeug, Violoncello, Kontrabass und Klavier    
  L'ART POUR L'ART    
  Leitung: Michael Schröder    
       
       

Lebenslauf

 

Gordon Kampe wurde 1976 in Herne geboren. Nach einer Ausbildung zum Elektroinstallateur folgte von 1998 bis 2000 ein Kompositionsstudium bei Hans-Joachim Hespos und Adriana Hölszky an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock und von 2000 bis 2003 bei Nicolaus A. Huber an der Folkwang Hochschule in Essen. Außerdem studierte Kampe Musik- und Geschichtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. 2008 Promotion mit einer Arbeit über Märchenopern im 20. Jahrhundert. Seit 2009 ist Kampe Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Folkwang Universität der Künste in Essen (und arbeitet dort an einem Habilitationsprojekt).

Daneben unterrichtet Kampe Analyse, Komposition und Musiktheorie im Lehrauftrag, ist Organist einer Kirchengemeinde in Herne und spielt Tárogató. Seine Stücke wurden gespielt vom Ensemble Modern, Klangforum Wien, Ensemble Resonanz, Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks, RSO-Stuttgart u.v.a. Mehrfache Auszeichnungen als Komponist,  darunter der Folkwangpreis,  der Franz-Liszt-Förderpreis, der Stipendienpreis der Darmstädter Ferienkurse sowie derStuttgarter Kompositionspreis. Er erhielt Stipendien der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Berliner Akademie der Künste und Arbeitsstipendien u.a. für die Cité des Arts Paris und den Künstlerhof Schreyahn.

(Stand: 2011)